Oberurseler Bike Marathon zum Hessentag

Plakat An der Klinik Hohe Mark (1)
An der Klinik Hohe Mark (2)
An der Klinik Hohe Mark (3)
Auf der Strecke (1)
Auf der Strecke (2)
Auf der Strecke (3)
Auf der Strecke (4)
Auf der Strecke (5)

Der Oberurseler Bike Marathon gehört zu den größten und interessantesten Mountain Bike Veranstaltungen in Hessen. Das hat sich zum Hessentag noch einmal bestätigt. Bei bestem Radfahrwetter haben sich am Pfingstsonntag 950 Teilnehmer auf die vier Strecken begeben, die der Veranstalter Mountain Sports vorher im Hochtaunus-Gebiet ausgeschildert hatte. Es ging um Breitensport – für alle war etwas dabei. Die kürzeste Strecke verlief über 26 Kilometer, auf denen 550 Höhenmeter zu bewältigen waren. Die längste Strecke war mit 68 Kilometern und 1700 Höhenmetern treffend als Training für einen Alpencross charakterisiert worden. Dabei stand der Spaß am Mountain Bike Fahren im Vordergrund – die Biker konnten ohne Zeitmessung und ohne Zeitdruck die Waldwege und vielfältigen Trails genießen.

Anläßlich des Hessentags befanden sich Start und Ziel des Bike Marathons auf dem Sportplatz im Park der Klinik Hohe Mark. Der Sportplatz war bereits voll mit Radfahrern und ihren Mountain Bikes, als die Direktorin der Klinik, Frau Berger-Schmitt, die Teilnehmer um 8:45 Uhr begrüßte. Der Bike Marathon passt gut zum Themenspektrum des Gesundheitsparks, den die Klinik Hohe Mark zum Hessentag auf ihrem Gelände veranstaltet. Obwohl Bürgermeister Brum einen vollen Terminkalender hatte, war auch er kurz vor dem Start auf dem Sportplatz und betonte die Bedeutung des Bike Marathons für Oberursel als Stadt des Sports und insbesondere für den sportlichen Rahmen des Hessentags. Um 9 Uhr ging es dann los – unterstützt durch eine letzte Motivation durch das Hessentags-Paar. Christian Peter wünschte allen Bikern noch einmal viel Spaß auf den Trails, bevor Charmaine Weisenbach schließlich die Strecke offiziell freigab. Danach fuhren die Biker in einer nicht endenden Schlange vom Sportplatz, auf kleinen Wegen um die Tribüne des „Theater im Park“ herum und auf den ersten Trails zum Seitenausgang des Klinik Geländes. Bis 10 Uhr strömten noch hunderte weitere Teilnehmer zunächst zum Startplatz und anschließend dem langen Tross von Mountain Bikern hinterher.

Die Strecke war am Tag vorher von den Mitgliedern und Freunden des Vereins Mountain Sports bestens ausgezeichnet worden. Damit die Biker den richtigen Weg finden, wurden 400 kg Kreide auf den Waldwegen verstreut und 250 Hinweisschilder an Wegkreuzungen angebracht. Auch für den Energie-Nachschub war bestens gesorgt. Entlang der Strecke waren 3 Verpflegungsstationen eingerichtet, bei denen die Helfer 1000 Bananen, 1500 Äpfel, 1400 Brötchen sowie hunderte Liter Wasser und Tee verteilten. Zudem sicherten Streckenposten mit Unterstützung der Polizei die kritischen Straßenquerungen im Bereich des Feldbergs. Die Bergwacht hatte im Vorfeld einen genauen Einsatzplan vorbereitet, um im Notfall in kürzester Zeit jeden Streckenpunkt erreichen zu können. Dafür waren 8 Bergwacht-Helfer mit 4 Fahrzeugen in Bereitschaft. Dieses war im Bereich des Altkönigs auch nötig, als ein Biker um ca. 10 Uhr eine Unebenheit des Wegs übersehen hatte und stürzte. Die Bergwacht war schnell und kompetent vor Ort und brachte den Biker vorsorglich zu weiteren Untersuchungen nach Bad Homburg ins Krankenhaus.

Mountain Sports hat die vier Strecken in mühevoller Kleinarbeit gemeinsam mit den Förstern des Hochtaunus zusammengestellt. Es galt, einerseits attraktive Strecken für Mountain Biker zu finden und andererseits im Einklang mit der Natur zu bleiben, indem z.B. Wildruhezonen geschont werden. Dieses ist gut gelungen.

Mit 350 Bikern haben sich etwas mehr als ein Drittel der Teilnehmer auf die Königsstrecke gewagt (68 km, 1700 hm). Die Strecke führte zunächst über die landschaftlich reizvollen Hünerbergwiesen zum Forsthaus Altkönig und nach einer halben Umrundung des Altkönigs durch das obere Reichenbachtal zum Kleinen Feldberg. Von hier aus ging es auf einem anspruchsvollen Downhill mit anschließendem Trail zum Glaskopf und weiter über den Zacken bis Oberems. Es folgte der landschaftlich schönste Teil der Strecke über Wälder und Hochwiesen nach Wüstems und auf der alten Fahrstraße bei schönstem Sonnenschein am Waldrand entlang bis nach Reichenbach. An einer Verpflegungsstation war noch einmal Auftanken angesagt, bevor ein knackiger Anstieg hoch nach Seelenberg zu bewältigen war, gefolgt von einem Waldweg und Trail hinab ins attraktive Weiltal. Von hier aus brachten 300 anspruchsvolle Höhenmeter direkt hoch zum Großen Feldberg auch die konditionsstärksten Biker zum Schwitzen. Über einen kurzen und fahrtechnisch interessanten Downhill gelangten die Biker auf den Hauptweg zum Sandplacken. Jetzt war noch einmal Kondition und technisches Fahrkönnen nötig, um die Extra-Runde über Roßkopf, Hollerkopf, Herzberg und Bleibeskopf zu schaffen. Manche Teilnehmer wähnten sich danach irrtümlich auf der letzten Abfahrt ins Ziel. Zur Freude der Oberschenkel gab es jedoch noch den krönenden Anstieg von 140 Höhenmetern auf der Elisabethenschneise, bevor die Strecke auf Waldwegen und Trails zurück zur Hohemark führte.

Es verwundert nicht, dass nach der Zieleinfahrt auf das Gelände der Klinik Hohe Mark viele Teilnehmer zunächst erst mal ihre Bikes und sich selbst auf den Rasen legten, um die Muskeln zu entspannen. Der Sportplatz im Klinik-Park bot hierfür ein ideales Gelände. Ein Teil der Biker folgte nach der Tour der Einladung, sich im 200 Meter entfernten Gesundheitspark an einem Stand der Hochtaunus-Kliniken Herz und Kreislauf durchmessen zu lassen, um zu erkennen, wie gut die eigene Pumpe nach einer solchen Anstrengung noch arbeitet.

Mountain Sports hatte zudem auf dem Sportplatz einen Grill- und Getränke-Stand aufgebaut, so dass der Energieverlust unmittelbar ausgeglichen werden konnte. Gute Laune und geselliges Beisammensein sorgten für einen entspannten Ausklang der Veranstaltung. Am Ende gab es müde aber zufriedene Gesichter – bei den Teilnehmern und auch bei den Helfern, denn jeder war froh, bei einer guten und außergewöhnlichen Sportveranstaltung teilgenommen bzw. zu ihrem Gelingen beigetragen zu haben.



Bilder von Alexandra Struck, Nobert Windecker, Stefan Rompf, Sylke Dorber, Andreas Künast. Nur zur privaten Nutzung.